B – Dopamin & Bildschirmzeit
Warum können wir das Scrollen manchmal nicht stoppen? Wir schauen uns unsere eigene Bildschirmzeit an und verstehen die Suchtmechanismen hinter Social Media.
- Sie können erklären, wie Dopamin und Belohnungsmechanismen in Social-Media-Apps eingesetzt werden.Verstehen
- Sie können die eigene Bildschirmzeit kritisch einordnen und Veränderungspotenzial identifizieren.Evaluieren
TikTok, Instagram, YouTube – diese Apps sind so gestaltet, dass wir möglichst lange draufsind. Das ist kein Zufall, sondern Design. In diesem Modul schauen wir uns an, wie Dopamin dabei eine Rolle spielt und was das mit unserem Verhalten macht.
Dopamin – das Belohnungshormon
Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der ausgeschüttet wird, wenn wir etwas Angenehmes erwarten oder erleben. Es ist nicht das Gefühl des Glücks selbst – sondern das Verlangen danach.
Social-Media-Apps nutzen diesen Mechanismus gezielt:
- Likes & Herzchen: Jede Benachrichtigung löst eine kleine Dopaminausschüttung aus
- Unendliches Scrollen: Immer mehr Inhalte – der nächste Post könnte noch besser sein
- Variable Belohnungen: Manchmal viele Likes, manchmal wenige – genau wie ein Spielautomat
- Roter Benachrichtigungspunkt: Erzeugt Drang, nachzuschauen
Aufgabe 1: Eigene Bildschirmzeit analysieren
Ă–ffnen Sie auf Ihrem Smartphone die Bildschirmzeit-Anzeige:
- iPhone: Einstellungen → Bildschirmzeit
- Android: Einstellungen → Digital Wellbeing / Digitales Wohlbefinden
Notieren Sie (für sich – Sie müssen nichts zeigen):
- Wie viele Stunden am Tag nutzen Sie Ihr Smartphone im Durchschnitt?
- Welche 3 Apps nutzen Sie am meisten?
- Wie oft entsperren Sie Ihr Gerät pro Tag?
Aufgabe 2: Kommentar zur eigenen Bildschirmzeit
Schreiben Sie 5–8 Sätze zu folgenden Punkten:
- Überrascht Sie Ihre Bildschirmzeit – oder entspricht sie Ihren Erwartungen?
- Wann nutzen Sie Ihr Smartphone am meisten? (Morgens, abends, beim Warten?)
- Gibt es Momente, wo Sie merken, dass Sie eigentlich nicht scrollen wollten – aber trotzdem weitergemacht haben?
- Wie fĂĽhlen Sie sich danach?
Reflection
Aufgabe 3: Reflexion – Was würde ich ändern?
Ăśberlegen Sie ehrlich:
- Gibt es eine App, die Sie gerne weniger nutzen würden? Welche – und warum?
- Was genau zieht Sie immer wieder zurĂĽck zu dieser App?
- Was wĂĽrden Sie mit der Zeit anfangen, die Sie dadurch gewinnen wĂĽrden?
Formulieren Sie eine konkrete Massnahme, die Sie in den nächsten 7 Tagen ausprobieren könnten (z.B. App-Limit setzen, Benachrichtigungen deaktivieren, Handy nachts ausserhalb des Zimmers).
Checklist
Note
Vorbereitung Präsentation (5 Min.)
Eure Gruppe präsentiert das Thema kurz den anderen. Bereitet folgendes vor:
- 1 Erklärung: Was hat Dopamin mit Social Media zu tun? (einfach erklärt)
- 1–2 konkrete Design-Tricks, die Apps einsetzen, um uns länger dranzuhalten
- 1 Erkenntnis aus eurer eigenen Bildschirmzeit-Analyse (anonym ist ok)