Modul 3 – Lernvideo produzieren
Auf Basis eures Wissens aus den vorherigen Modulen produziert ihr ein eigenes Lernvideo – von der Idee bis zum Peer-Feedback.
- Sie können ein Lernvideo von der Konzeption bis zur Abgabe strukturiert planen und umsetzen.Erschaffen
- Sie können konstruktives Peer-Feedback zu einem Lernvideo formulieren.Evaluieren
In diesem abschliessenden Modul werden Sie selbst kreativ: Sie produzieren ein Lernvideo zu einem Thema aus den digitalen Medien. Dabei durchlaufen Sie alle Schritte einer echten Videoproduktion – von der Zielgruppenanalyse bis zum fertigen Produkt.
Auftrag: Euer Lernvideo
Sie produzieren in einer Gruppe ein Lernvideo (8–10 Minuten), das ein Thema aus den digitalen Medien erklärt.
Das Video richtet sich an Schülerinnen und Schüler eurer Klasse oder des gleichen Jahrgangs und soll informieren, aufklären oder zum Nachdenken anregen.
Regel zu Fremdmaterial
Mindestens 70% Eigenproduktion (selbst gedreht, selbst animiert, selbst gesprochen). Maximal 30% Fremdmaterial – egal ob bestehendes Videomaterial, Bilder, Musik oder KI-generierte Inhalte. Alles Fremdmaterial muss in der Dokumentation deklariert werden (Quelle, was, ab welcher Zeitstelle).
Folgen Sie den Schritten unten.
Schritt 1: Zielpublikum
Euer Video richtet sich an SchĂĽlerinnen und SchĂĽler eurer Klasse oder des gleichen Jahrgangs.
Das bedeutet: Ihr könnt voraussetzen, dass euer Publikum einen ähnlichen Wissensstand hat wie ihr. Überlegt trotzdem kurz, was eure Mitschülerinnen und Mitschüler zum gewählten Thema bereits wissen könnten – und was nicht.
Schritt 2: Thema wählen
Sie können ein Thema aus Modul 2 vertiefen oder ein eigenes Thema aus dem Bereich digitale Medien wählen.
Mögliche Themen (Auswahl):
- Algorithmen & Filterblasen
- Dopamin & Bildschirmzeit
- Datenschutz & Appberechtigungen
- Cybermobbing – wie erkenne und stoppe ich es?
- Fake News – wie prüfe ich Informationen?
- KĂĽnstliche Intelligenz und Deepfakes
- Eigenes Thema (Absprache mit der Lehrperson)
Ihr Thema: ________________________
Schritt 3: Recherche – 3 gute Quellen finden
Bevor ihr das Video plant, müsst ihr euch fundiert informieren. Findet mindestens 3 verlässliche Quellen zu eurem Thema.
Was ist eine «gute» Quelle?
- Wissenschaftliche Publikationen: Fachartikel, Uni-Websites, Forschungsberichte (z.B. .edu, .ac-Domains)
- Offizielle Stellen: Bundesämter, anerkannte Organisationen (z.B. BAKOM, jugendundmedien.ch)
- GeprĂĽfte Wissensplattformen: etablierte Angebote mit redaktioneller PrĂĽfung (z.B. Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung, Swisscom Medienkompetenz)
Was nicht zählt: Wikipedia allein, beliebige Blogs ohne Quellenangaben, Social-Media-Posts.
Checkliste fĂĽr jede Quelle
- Wer ist der Autor / die Herausgeberin? – Ist die Organisation oder Person glaubwürdig?
- Gibt es Quellenangaben? – Werden die Infos selbst belegt?
- Ist die Information aktuell? – Wann wurde es veröffentlicht oder aktualisiert?
Dokumentiert eure 3 Quellen (Titel, URL, kurze Begründung warum die Quelle verlässlich ist).
Tipp: Ihr dürft zusätzlich weitere Quellen flexibel ergänzen – z.B. Zeitungsartikel, Statistiken, Praxisbeispiele. Die 3 Hauptquellen müssen aber die oben genannten Qualitätskriterien erfüllen.
Schritt 4: Darstellungsform wählen
Jetzt entscheidet ihr, wie ihr euer Thema im Video darstellen wollt. Ihr könnt auch mehrere Formen kombinieren.
Ăśbersicht der Darstellungsformen
| Form | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Schauspiel / Sketch | Live dargestellte Szene mit Dialog | Eine Szene im Schulalltag, in der Fake News geteilt werden |
| Animation | Gezeichnete oder digitale Animation mit Voiceover | Erklärfilm, der zeigt, wie ein Algorithmus funktioniert |
| Slides mit Voiceover | Präsentationsfolien mit gesprochenem Kommentar | PowerPoint/Canva-Folien mit aufgenommenem Audio |
| Talking Head | Person spricht direkt in die Kamera | Ein Moderator erklärt das Thema frontal |
| Legetechnik (Stop-Motion) | Bewegte Objekte oder Bilder, schrittweise fotografiert | Papierfiguren bewegen sich auf einem Tisch |
| Screencast | Bildschirmaufnahme mit Kommentar | Vorführung einer App mit Erklärungen |
| Kombination | Mehrere Formen gemischt | Intro als Talking Head + Erklärung als Animation |
Tipp: Wählt die Form, die am besten zu eurem Thema passt. Ein Sketch eignet sich gut für soziale Themen, eine Animation für technische Zusammenhänge.
Welche Darstellungsform(en) habt ihr gewählt und warum passt diese Form zu eurem Thema?
Mindestens 30 Zeichen (Aktuell: 0)
Schritt 5: Script / Drehbuch erstellen
Ein Script (Drehbuch) legt fest, was in eurem Video wann gesagt und gezeigt wird. FĂĽr ein 8-10 Minuten Video ist ein schriftliches Script wichtiger als visuelle Skizzen.
Aufbau des Scripts
Gliedert euer Script in Szenen (oder Abschnitte). Pro Szene notiert ihr:
- Szene-Nr. und Titel (z.B. «Szene 1: Einführung»)
- Darstellungsform (z.B. Talking Head, Animation, Sketch – ihr könnt pro Szene wechseln)
- Beschreibung: Was ist zu sehen? Was passiert?
- Gesprochener Text: Wortwörtlich oder als Stichpunkte
- Ungefähre Dauer dieser Szene (in Minuten)
Beispiel
| Nr. | Form | Beschreibung | Text (Auszug) | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Talking Head | Mia steht vor der Kamera, Begrüssung | «Habt ihr euch jemals gefragt, warum TikTok genau weiss, was euch gefällt?» | 0:30 |
| 2 | Animation | Erklärfilm: Wie ein Algorithmus funktioniert | «Ein Algorithmus ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung...» | 2:00 |
| 3 | Screenshot + Voice | Beispiel: TikTok-Empfehlungen zeigen | «Schaut euch diese zwei Accounts an...» | 1:00 |
Tipp: Nutzt ein Google Doc, Notion oder ein einfaches Word-Dokument. Das Script ist euer wichtigstes Arbeitsinstrument – je genauer, desto einfacher wird der Dreh.
Note
Schritt 4: Drehen & Schneiden
Jetzt wird gefilmt! Halten Sie sich an Ihr Storyboard – aber erlaubt sind auch spontane Anpassungen.
Tipps fĂĽr eine gute Aufnahme:
- Ruhige Umgebung wählen (kein Hintergrundlärm)
- Kamera / Smartphone auf einem stabilen Untergrund platzieren
- Klar und deutlich sprechen
- Lieber mehrere kurze Takes als einen langen
Schnitt-Tools (kostenlos):
- CapCut (Smartphone)
- DaVinci Resolve (PC/Mac)
- iMovie (Mac/iPhone)
- Clipchamp (Windows)
Schritt 5: Abgabe
Geben Sie Ihr fertiges Video bis zum vereinbarten Termin ab:
- Video-Datei oder Link (z.B. YouTube unlisted, OneDrive)
- Zusätzlich: 1 Seite Dokumentation (Zielpublikum, Lernziel, Thema, Aufgabenverteilung in der Gruppe)
Abgabedatum: ________________________
Reflection
Peer-Feedback: So gebt ihr konstruktives Feedback
Nach der Abgabe schaut ihr die Videos der anderen Gruppen und gebt Feedback. Nutzt folgende Struktur:
- Was hat gut funktioniert? (mindestens 2 konkrete Punkte)
- Was könnte noch verbessert werden? (mindestens 1 konkreter Punkt mit Vorschlag)
- Was habe ich Neues gelernt? (1 Satz)
Gut gemeintes Feedback ist spezifisch, freundlich und hilfreich – nicht einfach "war gut" oder "war ok".