Anlauf und Rhythmus beim Hochsprung
Der gekrümmte Anlauf beim Fosbury Flop – Schrittanzahl, Kurve und Rhythmus richtig umsetzen.
- Sie können die Struktur des gekrümmten Anlaufs beim Hochsprung beschreiben und in einfachen Situationen anwenden.Anwenden
- Sie können erklären, warum der Anlauf beim Flop kurvenförmig verläuft.Verstehen
Der Anlauf ist die Grundlage für einen erfolgreichen Hochsprung. Beim Fosbury Flop wird ein gebogener Anlauf verwendet, der eine optimale Absprunghaltung ermöglicht. In diesem Modul lernen Sie die Struktur eines guten Anlaufs kennen.
Aufbaureihe: Anlauf erlernen
Der gekrümmte Anlauf wird in Stufen erarbeitet. Nie direkt mit Latte beginnen – zuerst den Anlauf ohne Sprung sicher machen.
Stufe 1 – Kurve laufen ohne Anlage („Töfffahrer“)
Kreise und Kurven in der Halle laufen. Dabei den Oberkörper bewusst nach innen neigen – wie ein Motorradfahrer in der Kurve. Kein Haken schlagen, sondern flüssige, runde Kurven fahren. Wer die Neigung spürt, hat das Grundgefühl für den Bogenlauf.
Stufe 2 – J-Form markieren und ablaufen
Mit Hütchen oder Klebeband eine J-Form auf den Boden legen (gerade Einlaufgasse, dann Kurve zur Absprungstelle). Den Anlauf mehrmals ablaufen, ohne zu springen. Ziel: Die Kurve fühlt sich natürlich an, der Körper neigt sich automatisch.
Stufe 3 – Rhythmus mit Spruch: „jam-ta-tam“
Die letzten drei Schritte haben einen eigenen Rhythmus: jam – ta – tam.
- jam = erster langer Schritt (Körperschwerpunkt senkt sich)
- ta = kurzer, aktiver Zwischenschritt
- tam = der Absprung selbst (explosiv, voller Bodenkontakt auf dem flachen Fuss)
Den Rhythmus zuerst im Stand klatschen, dann beim Gehen, dann beim Laufen mitsprechen. Wenn der Rhythmus sitzt, stimmt der Absprung fast automatisch.
Stufe 4 – Anlauf mit Gummiseil (niedrig)
Gummiseil auf ca. 60 cm spannen. Aus dem markierten Anlauf (J-Form) den Absprung üben – noch kein Flop, nur der Absprung in die Höhe. Fokus liegt ganz auf jam-ta-tam und der Kurvenneigung beim Absprung.
Stufe 5 – Vollanlauf mit Latte
Erst wenn Stufen 1–4 sitzen: Vollanlauf mit Latte auf individuell niedrig gewählter Höhe. Dabei gilt: Lieber zu tief und technisch sauber als zu hoch und mit Fehler.
Note
Querbezug: mobilesport.ch / Swiss Athletics
Die Merkformel jam-ta-tam und das Bild des „Töfffahrers“ (Kurveninnenneigung) stammen aus den Empfehlungen von Swiss Athletics und mobilesport.ch – sie haben sich im Schulsport und Training bewährt.
Weitere Beurteilungskriterien gemäss mobilesport.ch (Niveau A/B/C):
• Niveau A: letzte drei Schritte als Bogen erkennbar, Körper gestreckt über der Latte
• Niveau B/C: zusätzlich dynamischer Steigerungslauf, Schwungbeineinsatz rechtwinklig, Hüfte aktiv hochgedrückt
Grundstruktur des Anlaufs
Beim Fosbury Flop verläuft der Anlauf in einer J-Form: Er beginnt gerade und geht dann in einen gebogenen Abschnitt über, der seitlich zur Latte führt.
Typische Anlauflänge: 7 bis 11 Schritte (meistens ungerade Anzahl).
- Gerade Phase: Erste 3–5 Schritte – Beschleunigung, aufrechte Laufhaltung
- Kurvenphase: Letzte 4–6 Schritte – Einwärtsneigung, Zentrifugalkraft nutzen
Note
Warum eine Kurve?
Durch den gebogenen Anlauf neigt sich der Körper nach innen (zur Latte hin). Diese Neigung wird beim Absprung genutzt, um den Körper nach hinten über die Latte zu bringen – ganz ohne aktive Drehung.
Rhythmus und Schrittfrequenz
Die letzten drei Schritte vor dem Absprung sind entscheidend:
- Vorletzter-vor-letzter Schritt: leicht länger – Körperschwerpunkt senkt sich
- Vorletzter Schritt: kurz und aktiv, Körper schiebt sich nach vorne-unten
- Letzter Schritt (Absprungvorbereitung): Ferse trifft zuerst auf – Abrollbewegung auf den Ballen
Ein rhythmischer, gleichmässiger Anlauf ist wichtiger als maximale Geschwindigkeit!
Challenge
Aufgabe: Anlauf markieren
Messen Sie Ihren persönlichen Anlauf aus:
- Stellen Sie sich auf den Absprungpunkt und gehen Sie rückwärts Ihren Anlauf ab.
- Markieren Sie Ihren Startpunkt mit einem Hut oder Klebeband.
- Laufen Sie den Anlauf dreimal, um ein GefĂĽhl fĂĽr den Rhythmus zu entwickeln.